Felix Stalder: Remixing und die Kultur der Netzwerkgesellschaft

Vortrag
Mittwoch, 14. Januar 2009, 19 Uhr
Postcapital: Vortragsreihe, Workshops, Filmprogramm
Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart, Fon: +49 (0)711 22 33 70, info@wkv-stuttgart.de

Abstract
Remixing – die Verwendung bestehender Werke zur Schaffung neuer Werke – ist mehr als ein Stil der elektronischen Musik. Remixing bezeichnet vielmehr eine Meta-Methode, die in allen kulturellen Praktiken in zunehmendem Masse zentral wird. Während sich viele Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts mit Prozessen der Dezentrierung von Autorschaft beschäftigt haben, hat zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Universalmedium vernetzter Computer dies zu einem Massenphänomen werden lassen. Felix Stalder wird einen Überblick über die Auswirkungen dieses Wechsels präsentieren, welcher Fragen der medialen Entwicklung mit einer Re-Konzeptionierung von Autorschaft und mit rechtlichen, ökonomischen und gesellschaftspolitischen Dynamiken verbindet.

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Kirsten Wagner: ‚Postkapitalen‘ oder Was kommt nach der Stadt?

Die Wissensstadt

Postcapital: Vortragsreihe, Workshops, Filmprogramm
Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart, Fon: +49 (0)711 22 33 70, info@wkv-stuttgart.de

Vortrag
Donnerstag, 15. Januar 2009, 19 Uhr

Abstract
Mit dem so genannten Informationszeitalter schien vieles dem Verschwinden anheim gegeben: der Körper, der Raum, die Stadt, das Buch und mit ihm seine Institution, die Bibliothek. Doch alles kehrte wieder, und zwar nicht nur als visuelle Metapher auf den Bildschirmoberflächen. Während sich der physische Körper als gleichermaßen unhintergehbarer wie widerständiger Faktor in den technischen Dingensembles zeigte, konnten sich die Megacities – was die Mediengeographie anhand ihrer schillernden Diagramme und Karten eindrücklich vor Augen geführt hat – als räumliche und ökonomische Zentren einer global vernetzten Medienkultur behaupten. Und trotz der fortschreitenden Digitalisierung auch historischer Text- und Bildbestände erlebte die Bibliothek in den letzten Jahren eine ungeahnte Renaissance. Davon zeugen eine Reihe spektakulärer Bibliotheksneubauten.

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Ole W. Fischer: Post-Structural, Post-Critical, Post-Political?

Postcapital: Vortragsreihe, Workshops, Filmprogramm
Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart, Fon: +49 (0)711 22 33 70, info@wkv-stuttgart.de

Architekturdebatten nach dem Fall der Mauer

Vortrag
Freitag, 9. Januar 2009, 19 Uhr

Abstract
Die so genannte „kritische“ Architektur (Criticality) entstand in den 1970er Jahren parallel aus der Ablehnung gegen Postmoderne und Spätmoderne als ein gedankliches Konstrukt, welches nach dem Scheitern architektonischer und gesellschaftlicher Utopien nach ‘68 innerhalb der herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse – Kapitalismus und Massenkonsumkultur – der Architektur einen Bereich als autonome Kunst sichern sollte. Schnell etablierten sich „kritische“ Merkmale wie post-funktionaler Formalismus, abstrakte Manipulation geometrischer Elemente, Zurschaustellung architektonischer Konventionen, eine Geringschätzung gegenüber traditionellen architektonischen Werten wie Ort, Materialität, Detail oder Konstruktion, etc. Dabei wurden die oft nur Papier oder Modell gebliebenen Projekte begleitet von schwer zu durchdringenden theoretischen Texten, welche durch Anleihen bei post-strukturalistischen Autoren den Anspruch auf eine Architektur der Dekomposition, Disjunktion, Transgression oder Dekonstruktion unterstrichen, oder wortreich von der Problematisierung, der Auflösung, der Verweigerung und dem Schweigen der Architektur sprachen.

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Du-Yul Song: Unhintergehbarkeit des Dritten

Postcapital: Vortragsreihe, Workshops, Filmprogramm
Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart, Fon: +49 (0)711 22 33 70, info@wkv-stuttgart.de
Vortrag

Mittwoch, 7. Januar 2009, 19 Uhr

Abstract
In einer dyadischen politischen Landschaft auf der koreanischen Halbinsel, auf der der Begriff „Grenzgänger“ noch zur Kategorie eines Schimpfwortes gehört, ist ein Leben als „Grenzgänger“ riskant. Hier muß es entweder einen Proto-Kapitalismus oder einen Proto-Sozialismus geben. Zwar könnte die Demarkationslinie (Waffenstillstandslinie) in der Mitte der Halbinsel Perspektiven zum Dritten öffnen, aber die dyadischen Formeln von Leben und Tod, Einschließen und Ausschließen bzw. Engel und Teufel sind unüberwindbar geblieben. Die Mischung oder der Bastard zwischen den zwei „Reinen“ ist demnach unvorstellbar.

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